Boey: Wirkung, Wirkdauer & Botulinumtoxin Typ E
Boey ist der Markenname für TrenibotulinumtoxinE, ein kurz wirkendes Botulinumtoxin vom Typ E zur vorübergehenden Verbesserung von Zornesfalten zwischen den Augenbrauen. Hinter dem Produkt steht Allergan Aesthetics, ein Unternehmen von AbbVie. Kennzeichnend sind ein früher Wirkungseintritt und eine kurze Wirkdauer. (AbbVies europäische Zulassungsmitteilung 🔗)
KI-generierte Illustration
Boey ist ein eigenständiges Arzneimittel mit einem anderen Wirkstoff als Botox, das zur onabotulinumtoxinA-Produktfamilie vom Typ A gehört. (Deutsche Boey-Produktinformation, Abschnitt 2 🔗; AbbVie zur Produktidentität 🔗)
Wie schnell wirkt Boey und wie lange hält die Wirkung an?
Abschnitt betitelt „Wie schnell wirkt Boey und wie lange hält die Wirkung an?“Eine Wirkung kann bereits nach etwa acht Stunden erkennbar sein; ihr Maximum liegt ungefähr an Tag sieben, die Erholung erfolgt üblicherweise innerhalb von zwei bis drei Wochen nach der Injektion. Das sind Angaben zum untersuchten Verlauf bei Glabellafalten, keine Garantie für das Ergebnis einer einzelnen Person. (Deutsche Boey-Produktinformation, Abschnitt 5.1 🔗)
Wirkungseintritt, maximale Wirkung und Wirkungsende sind unterschiedliche Zeitpunkte. Eine erste Veränderung nach acht Stunden bedeutet nicht, dass das endgültige Ergebnis dann schon erreicht ist. Ebenso bedeuten zwei bis drei Wochen nicht, dass bei jedem Menschen an einem bestimmten Tag sämtliche Wirkungen verschwunden sind. Die kurze Wirkdauer ist auch keine Aussage über die Dauer möglicher Nebenwirkungen.
Die kurze Wirkdauer legt keinen erneuten Behandlungstermin fest. Die untersuchten Abstände und ihre Grenzen sind unter Dosierung und Behandlungsabstände erläutert.
Wofür ist Boey zugelassen?
Abschnitt betitelt „Wofür ist Boey zugelassen?“In der EU ist Boey zur vorübergehenden Verbesserung mittelschwerer bis schwerer Glabellafalten bei maximalem Stirnrunzeln zugelassen, wenn diese Erwachsene erheblich psychisch belasten. Gemeint sind die senkrechten Zornesfalten zwischen den Augenbrauen, die beim stärksten Zusammenziehen der Brauen sichtbar sind. Die Zulassung umfasst damit nicht automatisch andere Gesichtsfalten. Boey ist verschreibungspflichtig und für die gelegentliche Anwendung vorgesehen. (EMA: Anwendungsgebiet und Anwendung 🔗)
Wie wirksam ist Boey?
Abschnitt betitelt „Wie wirksam ist Boey?“An den beiden zulassungsrelevanten placebokontrollierten Studien M21-500 und M21-508 nahmen 725 Erwachsene teil. Untersucht wurde die Verbesserung mittelschwerer bis schwerer Glabellafalten. (Deutsche Boey-Produktinformation, Abschnitt 5.1 🔗)
Laut EMA bewerteten die Prüfärzte am siebten Tag die Falten bei 72,6 % der mit Boey Behandelten gegenüber 0,5 % der Placebogruppe als nicht vorhanden oder leicht ausgeprägt, bei einer Verbesserung um mindestens zwei Schweregrade. Dieser Endpunkt stützt die Wirksamkeit gegenüber Placebo; er belegt keine Überlegenheit gegenüber einem aktiven Toxin als Vergleichspräparat. (EMA-Übersicht zu Boey 🔗)
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Boey?
Abschnitt betitelt „Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Boey?“Die Anwendung ist entsprechend qualifizierten und erfahrenen Ärzten vorbehalten. Die EMA nennt als mögliche Nebenwirkungen unter anderem ein Absinken des Oberlids oder der Augenbraue sowie eine übermäßige seitliche Anhebung der Augenbraue, den sogenannten Mephisto-Effekt. Gegenanzeigen sind unter anderem Überempfindlichkeit gegen Botulinumtoxin-Präparate, bestimmte Erkrankungen der Muskelaktivität wie Myasthenia gravis sowie Infektionen oder Entzündungen an der vorgesehenen Injektionsstelle. (EMA-Sicherheitsübersicht 🔗)
Eine kurze Wirkdauer beseitigt toxinbedingte Risiken nicht. Die deutsche Fachinformation warnt vor einer Ausbreitung der Toxinwirkung über die Injektionsstelle hinaus. Bei Schluck- oder Sprechstörungen oder Atembeschwerden nach einer Behandlung ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich. Während Schwangerschaft und Stillzeit wird Boey nicht empfohlen. Das Präparat unterliegt zusätzlicher Überwachung. (Boey-Produktinformation, Abschnitte 4.4 und 4.6 🔗)
Auch die kanadische Produktmonografie enthält einen hervorgehobenen Warnhinweis zur entfernten Ausbreitung von Toxinwirkungen, einschließlich potenziell lebensbedrohlicher Schluck- oder Atembeschwerden. (Kanadische Produktmonografie von AbbVie, Abschnitt 3 🔗)
Warum ist Boey ein Botulinumtoxin vom Typ E?
Abschnitt betitelt „Warum ist Boey ein Botulinumtoxin vom Typ E?“Der Wirkstoff TrenibotulinumtoxinE gehört zum Serotyp E. „Typ E“ bezeichnet den Toxintyp; Boey ist der konkrete Markenname. (Deutsche Boey-Produktinformation, Abschnitte 2 und 5.1 🔗)
Typ E spaltet SNAP-25, ein an der Freisetzung von Nervensignalen beteiligtes Protein, an einer anderen Stelle als Typ A. Aus diesem biologischen Unterschied lässt sich weder eine Dosisumrechnung noch eine klinische Rangfolge zwischen den Serotypen ableiten. (A molecular basis underlying differences in the toxicity of botulinum serotypes A and E — EMBO Reports 🔗)
Der bei Boey untersuchte frühe Wirkungseintritt und die kurze Wirkdauer beziehen sich auf dieses Präparat bei Glabellafalten. Der Serotyp allein begründet keine allgemeine klinische Aussage für alle Typ-E-Produkte. (Deutsche Boey-Produktinformation, Abschnitt 5.1 🔗)
Zulassungsstatus in der EU, Kanada und den USA
Abschnitt betitelt „Zulassungsstatus in der EU, Kanada und den USA“Die EU-Zulassung vom 15. Juli 2026 gilt auch in Deutschland. Die regionalen Entscheidungen und der dokumentierte US-Verfahrensschritt sind getrennt zu betrachten. (EMA-Zulassungsangaben 🔗)
| Region | Aktueller Referenzpunkt | Interpretation |
|---|---|---|
| Kanada | Das Register innovativer Arzneimittel von Health Canada 🔗 verzeichnet einen Notice of Compliance vom 22. Juni 2026 unter AbbVie Corporation. | Die kanadische Produktmonografie 🔗 umfasst die Zulassung zur vorübergehenden Verbesserung mittelschwerer bis schwerer Glabellafalten bei Erwachsenen, die mit der Aktivität des Musculus corrugator und/oder Musculus procerus verbunden sind. |
| Europäische Union / EWR | Die EMA verzeichnet die EU-Zulassung am 15. Juli 2026 🔗 für mittelschwere bis schwere Glabellafalten bei maximalem Stirnrunzeln bei Erwachsenen, wenn diese eine erhebliche psychische Belastung darstellen. | Der 17. Juli ist das Datum der Unternehmensankündigung, nicht der Zulassung. AbbVie beschreibt die Entscheidung als in den 30 EWR-Ländern geltend. Zulassung und lokale kommerzielle Verfügbarkeit sind getrennt zu betrachten. |
| Vereinigte Staaten | AbbVie gab am 23. April 2026 einen Complete Response Letter zur BLA bekannt. Das Unternehmen erklärte, die FDA habe zusätzliche Informationen zum Herstellungsprozess, aber keine weiteren klinischen Studien angefordert, und es wolle in den folgenden Monaten eine Antwort einreichen (AbbVie-Update zur US-BLA 🔗). | Der Antrag wurde in der eingereichten Form nicht zugelassen; eine geplante Antwort ist weder eine Zulassung noch ein neuer, zur Prüfung angenommener Antrag. Die genannten Gründe für den CRL entsprechen AbbVies Beschreibung der FDA-Rückmeldung. |
Die Seite zum US-Regulierungsstatus von Botulinumtoxin erklärt die Bedeutung eines Complete Response Letter (CRL) und führt Boeys CRL getrennt von der FDA-Zulassungszeitleiste und der Indikationsmatrix der aktuellen Produktinformationen.
Ist Boey in Deutschland verfügbar und was kostet es?
Abschnitt betitelt „Ist Boey in Deutschland verfügbar und was kostet es?“EU-Zulassung und tatsächliche Verfügbarkeit in einer deutschen Praxis sind getrennte Fragen. Die EU-weite Zulassung ist im EMA-Register dokumentiert; die deutsche Fachinformation liegt mit Stand Juli 2026 vor. Daraus folgt weder eine flächendeckende Lieferbarkeit noch ein bestimmtes Angebot vor Ort. Die EMA verweist für die Verfügbarkeit im jeweiligen Land auf die zuständige nationale Behörde. (EMA-Zulassungsregister 🔗)
Ein belastbarer deutschlandweiter Behandlungspreis lässt sich aus den hier verwendeten Zulassungsunterlagen nicht ableiten. Ein Arzneimittel- oder Packungspreis ist zudem nicht dasselbe wie der Preis einer ärztlichen Behandlung. Einzelne Praxisangebote belegen keinen allgemeinen Boey-Preis; die kürzere Wirkdauer allein erlaubt auch keine Aussage, dass eine Behandlung günstiger als mit einem Typ-A-Präparat wäre.
Formulierung, Dosierung und Einheiten
Abschnitt betitelt „Formulierung, Dosierung und Einheiten“In der deutschen Fachinformation ist Boey als Pulver mit 1.400 Einheiten pro Durchstechflasche beschrieben. Die zugelassene Gesamtdosis für Glabellafalten beträgt 700 Boey-Einheiten. Flascheninhalt und Behandlungsdosis sind damit unterschiedliche Angaben; beide erlauben keinen Vergleich der Wirkstärke mit Botox. (Boey-Produktinformation, Abschnitte 2 und 4.2 🔗)
Die kanadische Darreichungsform ist eine Durchstechflasche zur einmaligen Anwendung mit 1.400 Einheiten gefriergetrocknetem Pulver zur intramuskulären Injektion nach Rekonstitution. Zu den aufgeführten Hilfsstoffen gehören Histidin, Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Methionin, Poloxamer 188, Natriumchlorid und Trehalose-Dihydrat. Die Einheitenzahl pro Durchstechflasche beschreibt die Darreichungsform, nicht die relative Wirkstärke gegenüber einem anderen Toxin. Boey-Einheiten sind spezifisch für das Präparat und sein Testverfahren und lassen sich nicht in Einheiten anderer Produkte umrechnen. (Kanadische Produktmonografie von AbbVie, Abschnitte 3 und 6 🔗)
Welche Abstände wurden für erneute Behandlungen und den Wechsel zu Typ A untersucht?
Abschnitt betitelt „Welche Abstände wurden für erneute Behandlungen und den Wechsel zu Typ A untersucht?“Eine kurze Wirkdauer legt kein Wiederholungsintervall fest. Boey-Behandlungen mit weniger als sechs Wochen Abstand sowie Typ-A-Anwendungen weniger als 30 Tage nach Boey wurden nicht untersucht. Auch für mehr als drei aufeinanderfolgende Boey-Behandlungen über mehr als 18 Wochen fehlen entsprechende Daten. Diese Grenzen sind keine individuelle Empfehlung für einen Behandlungstermin. (Boey-Produktinformation, Abschnitt 4.2 🔗)
Unternehmen und Produktentwicklung
Abschnitt betitelt „Unternehmen und Produktentwicklung“Boey gehört zu Allergan Aesthetics, einem Unternehmen von AbbVie. Entwicklung und Vermarktung sowie die regionalen Zulassungsinhaber sind unterschiedliche Unternehmensrollen. (AbbVies europäische Zulassungsmitteilung 🔗)
| Feld | Referenzpunkt |
|---|---|
| Entwickler und kommerzielles Unternehmen | Allergan Aesthetics, ein Unternehmen von AbbVie (AbbVies Ankündigung der europäischen Zulassung 🔗) |
| Inhaber der EU-Marktzulassung | AbbVie Limited, Irland (Zulassungsangaben der EMA 🔗) |
| Kanadischer Zulassungsinhaber | AbbVie Corporation (kanadische Produktmonografie von AbbVie 🔗) |
Darin J. Messina, Ph.D., AbbVies Senior Vice President für Forschung und Entwicklung in der ästhetischen Medizin, vertrat die Entwicklungsorganisation in der Ankündigung der europäischen Zulassung vom 17. Juli 🔗. Diese Ankündigung beschrieb Vorbereitungen für die europäische Markteinführung; sie bestätigte keine Verfügbarkeit in jedem Land.
Wie unterscheidet sich Boey von Botox?
Abschnitt betitelt „Wie unterscheidet sich Boey von Botox?“Botox und Botox Cosmetic gehören zu AbbVies onabotulinumtoxinA-Produktfamilie und enthalten Botulinumtoxin Typ A. Boey hat mit TrenibotulinumtoxinE einen eigenen Wirkstoff, Serotyp, eine eigene Produktinformation und ein eigenes klinisches Entwicklungsprogramm. Der gemeinsame Unternehmensursprung überträgt weder Botox-Indikationen auf Boey noch macht er ihre Einheiten austauschbar.
„Kurzzeit-Botox“ ist eine beschreibende Bezeichnung für Boeys kurze Wirkdauer, kein Arzneimittelname. Boey ist auch keine geringer dosierte Botox-Variante im Sinne von „Baby Botox“. Ein Ergebnis mit Boey lässt sich nicht als Vorhersage für das Ergebnis eines anderen Präparats verwenden. (Boey-Produktinformation, Abschnitte 2, 4.2 und 5.1 🔗)
Quellenstand der deutschen Boey-Produktinformation: Juli 2026; bei der Überarbeitung am 28. Oktober 2026 mit der EMA-Fassung abgeglichen. Der US-Verfahrensschritt bezieht sich auf AbbVies Mitteilung vom 23. April 2026.

